Weniger Bürokratie und mehr Praxistauglichkeit für Land- und Forstwirtschaft!

Die Europäische Union setzt wichtige Signale für unsere Land- und Forstwirtschaft. Mit der Überarbeitung der EU-Verordnung über entwaldungsfreie Lieferketten (EUDR) reagiert die Europäische Kommission auf die berechtigte Kritik aus der Praxis und sorgt für spürbare Erleichterungen bei der Umsetzung.

Gerade für Rheinland-Pfalz mit seiner starken mittelständischen Land- und Forstwirtschaft ist das ein wichtiger Schritt. Künftig profitieren insbesondere kleinere Betriebe und Kleinwaldbesitzer von deutlich weniger Bürokratie: Statt aufwendiger Geodaten genügt künftig häufig eine einfache Registrierung mit Postanschrift. Nach Einschätzung der Kommission könnten die jährlichen Compliance-Kosten um bis zu 75 Prozent sinken. Das zeigt: Waldschutz und wirtschaftliche Vernunft lassen sich miteinander verbinden.

Ein besonderer Dank gilt dabei unserer ehemaligen Europaabgeordneten und heutigen Landesministerin Christine Schneider. Sie hat die EU-Entwaldungsverordnung in Brüssel entscheidend mitverhandelt.

Klar bleibt aber auch: Die Richtung stimmt, doch weiterer Verbesserungsbedarf besteht weiterhin. Entscheidend wird nun sein, dass die Mitgliedstaaten die verbleibenden Spielräume vernünftig und praxisnah nutzen. Wir als CDU stehen für einen wirksamen Umwelt- und Waldschutz, ohne unsere land- und forstwirtschaftlichen Betriebe mit unnötiger Bürokratie zu überfordern.

Auch beim neuen EU-Düngemittelaktionsplan setzt die Kommission wichtige Akzente. Angesichts steigender Preise, geopolitischer Unsicherheiten und der hohen Abhängigkeit von Energieimporten braucht Europa mehr strategische Eigenständigkeit. Positiv ist insbesondere der stärkere Fokus auf heimische Produktion, Kreislaufwirtschaft und innovative Technologien wie Biogas, Biomethan oder Nährstoffrückgewinnung.

Kurzfristig kommt es nun darauf an, dass angekündigte Hilfen schnell und zielgerichtet bei den landwirtschaftlichen Betrieben ankommen. Langfristig brauchen wir eine europäische Agrarpolitik, die Versorgungssicherheit, Nachhaltigkeit und Wettbewerbsfähigkeit gleichermaßen im Blick behält.

Als CDU setzen wir uns weiterhin dafür ein, dass europäische Regelungen praxistauglich bleiben und unsere heimische Land- und Forstwirtschaft auch künftig eine starke Zukunft hat.

Stellv. Vorsitzender der CDU/CSU Gruppe
im Europäischen Parlament