Mehr Spielraum für die Wirtschaft: Zukunftsperspektiven für die deutsche Automobilindustrie

Auf der Internationalen Automobilausstellung in München präsentierten BMW, Mercedes und Volkswagen vor drei Wochen ihre neuen Elektromodelle. Ein deutliches Signal: Die deutsche Autoindustrie will ihre Spitzenposition zurückerobern. Denn auf den drei wichtigsten Absatzmärkten – Europa, den USA und China – ist der gemeinsame Marktanteil erstmals seit Jahrzehnten unter 20 Prozent gefallen. Bundeskanzler Merz und Bayerns Ministerpräsident Söder machten in München klar: Deutschland und Europa wollen eine führende Rolle im Wandel der Branche übernehmen.

Die Automobilindustrie steht vor gewaltigen Herausforderungen. Fabrikschließungen zeichnen sich ab, Zulieferer kämpfen ums Überleben. Seit Jahresbeginn gingen in der deutschen Autoindustrie bereits 51.000 Arbeitsplätze verloren, europaweit waren es im Vorjahr fast 89.000.

Der Wettbewerb zwischen europäischen und chinesischen Herstellern wird immer sichtbarer. Chinesische Anbieter drängen zunehmend selbstbewusst auf den europäischen Markt, getrieben von Absatzschwierigkeiten und Handelsbarrieren in anderen Regionen.

Ihr Marktanteil in Europa stieg innerhalb von zwei Jahren von 2,8 auf 4,7 Prozent. Gleichzeitig belasten US-Zölle die Gewinne der europäischen Produzenten, in China schwindet der Absatz, die Diskussion über ein mögliches Verbrenner-Aus in der EU sorgt für Unsicherheit, und hohe Standortkosten in Deutschland drücken zusätzlich auf die Renditen.

Trotz dieser Probleme genießen deutsche Hersteller weltweit Ansehen: Sie stehen für technische Spitzenleistungen, Qualität und Innovationskraft. Deutschland ist nach China der zweitgrößte Produktionsstandort für Elektrofahrzeuge. Sieben von zehn in Deutschland verkauften E-Autos stammen von deutschen Produzenten, in Europa ist es jedes zweite. „Made in Europe“ bleibt also ein starkes Gütesiegel. Zugleich gilt die Autoindustrie weiterhin als Schlüsselbranche: Gerät sie ins Stocken, hat das unmittelbare Folgen für die gesamte deutsche Wirtschaft.

Um die aktuelle Abwärtsspirale zu stoppen, braucht es klare Perspektiven für Mittelstand, Zulieferer und Hersteller. Die CDU fordert daher im Europäischen Parlament seit Langem, vom geplanten Verbrenner-Aus abzurücken und technologieoffene Lösungen zu ermöglichen. Auch die EU-Flottengrenzwerte für den CO₂-Ausstoß gehören auf den Prüfstand. Verbote und übermäßige Regulierung dürfen nicht länger die Leitlinie sein. Die notwendigen Korrekturen sind bei der EU-Kommission eingefordert, jetzt müssen sie umgesetzt werden. Nur mit einem echten Befreiungsschlag kann die deutsche Autoindustrie international wieder Schritt halten.

Stellv. Vorsitzender der CDU/CSU Gruppe
im Europäischen Parlament