Finanzbildung stärken – private Vorsorge erleichtern

Diese Woche stellte die Europäische Kommission das Paket zur Spar- und Investitionsunion vor. Ein wichtiger Schritt um den Bürgerinnen und Bürgern die Teilhabe am Kapitalmarkt zu erleichtern.

Damit die deutsche und europäische Wirtschaft auch in Zukunft stark und widerstandsfähig bleibt und die Bürgerinnen und Bürger von den hohen Renditechancen der Kapitalmärkte profitieren, müssen wir private Vorsorge und Investitionen attraktiver machen. Aus Sparern sollen mehr Investoren werden. Denn klar ist: Wer versteht, was Risiko, Rendite und Diversifikation bedeuten, trifft bessere Entscheidungen für die eigene Altersvorsorge, den Traum vom Eigenheim und für unerwartete Lebenssituationen.

Gerade in Deutschland gibt es beim Thema Finanzbildung noch Nachholbedarf. Deshalb ist es eine zentrale Aufgabe der kommenden Jahre, junge Menschen frühzeitig mit diesem Wissen auszustatten. Finanzbildung ist keine Kür, sondern Pflicht und ein entscheidender Baustein für soziale Sicherheit und wirtschaftliche Stärke.

Andere Länder wie Schweden machen vor, wie es gehen kann: Einfache, steuerlich unkomplizierte Anlagekonten haben dort vielen Menschen den Zugang zum Kapitalmarkt erleichtert. Auch wir wollen mit einem solchen Modell einen niederschwelligen Einstieg schaffen. Das stärkt nicht nur die Bürgerinnen und Bürger, sondern auch unsere Unternehmen, die auf mehr Eigenkapital angewiesen sind.

Wichtig ist dabei: Ohne eine steuerliche Förderung wird ein solches Konto nicht funktionieren. Wir setzen uns deshalb dafür ein, dass die EU nicht bei Empfehlungen stehenbleibt, sondern zügig die rechtlichen Grundlagen schafft. Europa braucht weniger Bürokratie, schnellere Verfahren und einen Kapitalmarkt, der Innovation, Digitalisierung und Sicherheit zuverlässig finanziert.

Die Kommission ist jetzt gefordert Tempo aufzunehmen, rechtliche Hürden abzubauen und die richtigen Rahmenbedingungen zu schaffen. Gleichzeitig sind die europäischen Regierungen gefordert, die Empfehlungen der Kommission aufzunehmen und schnellstmöglich umzusetzen.
Deutschland und Europa dürfen keine Zeit verlieren. Angesichts unterfinanzierter öffentlicher Rentensysteme ist private Vorsorge keine Option, sondern eine Notwendigkeit, um auch im Alter den Wohlstand zu erhalten.

Stellv. Vorsitzender der CDU/CSU Gruppe
im Europäischen Parlament